Glocke in Rovereto mahnt zum Erhalt des Friedens

Erstellt von Walter Murauer |

ROVERETO, 15. Oktober 2021: Einhundert Glockenschläge hallen vom Berg ins Tal und erinnern die Bevölkerung des Trentino reihum an die kriegerischen Ereignisse im 1. Weltkrieg vor gut 100 Jahren. Zu jener Zeit war das Trentino noch ein Teil der österr. ung. Monarchie und die Trentiner rückten mehrheitlich zu den kaiserlichen Truppen ein. „Minder Verlässliche“ mussten das Los einer Deportation im Inneren der Monarchie auf Kriegsdauer ertragen. Die zum Kriegsdienst Verpflichteten kämpften als Kaiserjäger in Galizien und ab 1915 an der Südwestfront in den Dolomiten, am Isonzo und am Po.
Im Jahre 1924 wurde die „Glocke der Gefallenen“ in Rovereto, von der Bronze der Kanonen der Länder die am 1. Weltkrieg beteiligt waren, verschmolzen und auf den Namen Maria Dolens getauft. Zuerst auf dem Wachtturm Malipiero am Schloss in Rovereto aufgestellt, erlebte sie nach irreparablen Rissen 1939 und 1960 eine weitere Geburt.  Die heutige, von Papst Paul VI. gesegnete Form, wurde auf dem Hügel von Miravalle 1965 aufgestellt, wo sie auch heute noch die gesamte Stadt Rovereto dominiert. 
2017 verabschiedete die Trentiner Landesregierung das Gesetz zum „Tag der Gefallenen“ und datierte den Zeitpunkt der Erinnerung auf den 15. Oktober. Damit soll an die 12.000 Gefallenen Soldaten – auf beiden Seiten der Front – und an die Opfer unter der evakuierten Zivilbevölkerung erinnert werden. An der Gedenkveranstaltung im heurigen Jahr nahmen der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti, Regente Marco Marselli und seitens des Österreichischen Schwarzen Kreuzes – Kriegsgräberfürsorge (ÖSK) Vizepräsident Abg.z.NR. a.D. Walter Murauer teil. In ihren Ansprachen erinnerten sie anschaulich an die Schrecken des Krieges und damit verbunden an die Verpflichtung zum Erhalt des Friedens!  Die täglichen Glockenschläge an jedem Abend zum Sonnenuntergang sind das Symbol hierfür.

Zurück
ösk-rovereto-web.jpg
Die Friedensglocke in Rovereto