Treffen der europäischen Kriegsgräberdienste in Ysselsteyn

Erstellt von Alexander Barthou, Generalsekretär |

YSSELSTEYN (NL), 08.-10. Oktober 2021: Zum fünften Mal in Folge – nur 2020 durch Corona unterbrochen – lud der niederländische General em. Theo Vleugels zur Fortsetzung der Tagung für eine weitere europäische Zusammenarbeit im Kriegsgräberwesen ein. Dieser folgten die Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Niederlande, USA, Italien und England. Konkret wurde das Thema „Gemeinsames Gedenken und die Zusammenarbeit über den Gräbern der Kriegsopfer hinweg“ in der Diskussion behandelt. Das „Freund-Feind“ Prinzip, am Beispiel Holland mit der heutigen NATO-Mitgliedschaft (Freund), und dem damaligen Kampf im Zweiten Weltkrieg gegen die Deutsche Wehrmacht (Feind) durch dieselben Akteure wurde einer konkreten Beurteilung unterzogen. Als Ziel sollte stehen, dass die heutige Nachkriegs-Generation es schafft, über die Gräber der Gefallenen hinweg zu einem friedlichen Gedenken und ehrlichen Miteinander in Europa zu finden.

Diese Zielerreichung steht an der Spitze der Überlegungen.
Diese Gedanken müssten dabei vermehrt und frei von Nationalismen in die Jugend hineingebracht werden.
Angedacht wurde hierbei ein Nationaler Gedenktag im jeweiligen EU-Land und zusätzlich ein Internationaler Gedenktag für ALLE Kriegsopfer!

Besucht wurden bei dieser Tagung auch die niederländische Kriegsgräberanlage in Loenen und der Deutschen Soldatenfriedhof in Ysselsteyn. In letzterem ruhen an die 40.000 Gefallene, mehrheitlich aus dem Zweiten Weltkrieg, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Beide Anlagen verdienen es als vorbildlich bezeichnet zu werden. In Loenen selbst ruhen auch niederländische Soldaten aus den NATO-Friedensmissionen im ehemaligen Jugoslawien und in Afghanistan, deren blumengeschmückte Gräber mit zusätzlichen Botschaften versehen sind. Die Tagungsteilnehmer hatten danach Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge vorzutragen.

Das Generalsekretariat des ÖSK leistete durch ein Video, in dem konkret die Projektarbeit in den Schulen dargestellt wird, seinen Beitrag. Am Beispiel Oberösterreich wurde die praktische Gedenkarbeit in den Soldatenfriedhöfen selbst behandelt.

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Am Soldatenfriedhof Ysselsteyn, vorne von links: Bgdr Dr. Johannes Kainzbauer (ÖSK), BrigGen Dirk Backen (VDK), BrigGen Theo Vleugels (Orlogs Graven Stichting NL), Mme Veronique Peacelle-Delelis (F); hinten: Oberst i.R. Alexander Barthou (ÖSK), Ass Magdalena Skopinskaja (VDK), Oberst Andre Rakoto (F)
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Soldatengrab eines im NATO-Einsatz in Jugoslawien zu Tode gekommenen niederländischen Soldaten mit den persönlichen Erinnerungen der Angehörigen.