Das Österreichische Schwarze Kreuz besteht seit 106 Jahren und hat seinen Sitz in Wien, ist überparteilich und überkonfessionell und erstreckt seine Tätigkeit sowohl auf das In- als auch auf das Ausland. Zum treuen und immerwährenden Gedenken erinnert es durch seine Aktivitäten sichtbar und mahnend an die vielen tausend Kriegstoten. Es versucht dadurch, in Erfüllung des Vermächtnisses dieser Toten, zur Erhaltung und Festigung des Friedens beizutragen.
In Österreich obliegt ihm die würdige Erhaltung und Pflege von Soldatenfriedhöfen und sonstigen Kriegsgräberanlagen der Angehörigen aller Nationen und Glaubensbekenntnisse, der Gräber der Bombenopfer sowie der Opfer politischer und rassischer Verfolgung aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges sowie die Pflege und Erhaltung von Kriegsgräbern aus der Zeit vor oder aus dem Ersten Weltkrieg in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Inneres.
Im Ausland bemüht sich das ÖSK um die würdige Erhaltung und Pflege von Soldatenfriedhöfen von Angehörigen der k.u.k. Armee und der einschlägigen historischen Anlagen, sofern diese noch vorhanden sind.
Aufbringen finanzieller Mittel
Die Instandsetzung und Pflege von mehr als 1.000 Kriegsgräberanlagen in Österreich mit Soldaten aller Nationen, Bombenopfer, Flüchtlingen und KZ-Opfern und die Obsorge der mehr als 250 Kriegsgräber Anlagen von österreichischen Soldaten im Ausland, liegt in der Verantwortung des ÖSK.
Dies verlangt nicht nur ein Engagement unserer freiwilligen Helferinnen und Helfer, sondern auch einen hohen Aufwand von finanziellen Mitteln. Diese werden zum Großteil bei den Sammlungen auf Friedhöfen zu Allerheiligen durch freiwillige Sammler aus den Bereichen Bundesheer, Österreichischer Kameradschaftsbund, Freiwillige Feuerwehr, Traditionsverbände, Vereine, Schüler u.a. erbracht. Geringere zusätzliche Förderungen für das Schwarze Kreuz gibt es von Seiten der Länder für die Pflege und den Erhalt der Kriegsgräberanlagen.
In diesem Zusammenhang ist es mir als Generalsekretär ein besonderes Anliegen, den zahlreichen freiwilligen Sammlern, den Obfrauen u. Obmännern, den Bürgermeisterinnen u. Bürgermeistern, den Gemeindebediensteten, den Bundesheerangehörigen, den Mitgliedern des Kameradschaftsbundes und der Bürgergarden, dem Kriegsopferverband, dem Seniorenbund, den Pfarren, den Mitgliedern der Feuerwehren sowie den Musikkapellen, den Traditionsverbänden, den Schülerinnen und Schülern und den Spendern, die diese Arbeit für den Frieden ermöglichen, meinen großen Dank auszusprechen.
Sie ALLE arbeiten für eine Völkerverständigung und Erinnerung an die Opfer von Gewalt, Terror, Angst und Verfolgung – unabhängig der Nationalität und der Religionszugehörigkeit und ermöglichen durch ihr Sammeln dem Österreichischen Schwarzen Kreuz die finanzielle Basis.
Grabsteine und Kriegsgräber erzählen immer auch Geschichte von Trauer, Einzelschicksalen und Ungewissheit, aber sie geben auch Trost und sind gleichzeitig Mahnung im Sinne von „nie wieder“!
Denn wenn in Österreich und in Europa der Wehrwille stärker verankert werden soll, so kommt auch der Gedenkkultur stärkere Bedeutung zu. Denn wo der Respekt vor den Toten verloren geht, geht er auch rasch vor den Lebenden verloren. Daher gilt:
„Die Gedenkkultur ist Ausdruck unserer Gesinnung und Wehrbereitschaft."
Ich danke nicht nur meinem Generalsekretariat und den neun Landesgeschäftsstellen in Österreich, die an der Allerheiligen Sammlung mitgearbeitet diese gut vorbereitet und durchgeführt haben, sondern ich danke auch allen Sammlern und den Spendern für ihren Beitrag, damit das Schwarze Kreuz auch in Zukunft für die Gräbererhaltung sorgen und den Gedenkdienst als Arbeit für den Frieden durchführen kann. Herzlichen Dank und Vergelt’s Gott dafür.
Die Bilder zeigen einige Streiflichter der Vorbereitung und der Sammlungen in Österreich.









