Bereits am 22. September in der Früh, wurde die lange Fahrt nach Südalbanien angetreten. Im Dorf von Shën Vasil konnte unter Anwesenheit der österr. Botschafterin eine würdige Gedenkveranstaltung samt Kranzniederlegung auf dem österr.-ungar. Kriegsgefangenenfriedhof – die Anlage wurde mit finanziellen Mitteln des ÖSK revitalisiert – durchgeführt werden. Mehrere Dutzende österr.-ungar. Soldaten fanden dort ihre letzte Ruhestätte. Sie wurden 1918 nach Albanien verbracht, um die Küstenstraße zwischen Vlora und Saranda zu errichten, und fanden bereits nach wenigen Monaten den Tod. Seit Einweihung des Ossariums im Jahre 2011 kümmert sich der albanische Steinmetz Minello Rroshi um die Gedenkstätte. Im Zuge des Besuchs wurde er mit dem Großen Ehrenkreuz ausgezeichnet. Shën Vasil steht auch stellvertretend für zahlreiche weitere Orte in Südalbanien, an denen österr.-ungar. Soldaten Zwangsarbeit leisten mussten und in fremder Erde ihre letzte Ruhestätte fanden.
Der 23. September führte Claus Heitz und Florian Doschek nach Nordalbanien, wo in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Honorarkonsul der Region, Gjergj Leqejza, ein intensiver Tag verbracht wurde. Zunächst wurde tief in Albaniens Norden ein kleines Gräberfeld bei Prekal besucht. Die dortige Gedenkstätte befindet sich in hervorragendem Zustand und ist zwei österr.-ungar. Soldaten gewidmet. Viele Originalfragmente von deren Grabsteinen sind in den Gedenkort integriert. Anschließend fand zur Mittagszeit eine Zeremonie am römisch-katholischen Stadtfriedhof von Shkodra statt. Am Grabmal von Hauptmann Eduard Kreuzig wurde den über 300 begrabenen österr.-ungar. Soldaten sowie rund 200 damaliger Kriegsgegner gedacht. Unter Anwesenheit lokaler Medien bekam der österr. Honorarkonsul für seine langjährige tatkräftige Unterstützung das Große Ehrenkreuz überreicht.
Der Abschluss der Reise wurde mit einem Besuch in Durrës, Albaniens wichtigster Hafenstadt und geplanter Zielhafen der 1918 gesunkenen Linz, eingeleitet. Die Linz wurde 1918 auf ihrer Fahrt von der Bucht von Kotor nach Durrës durch einen italienischen Torpedotreffer nördlich von Kap Rodon versenkt. Seit 2018 steht an prominenter Stelle ein Denkmal, das in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Botschaft, der Ungarischen Botschaft sowie der Stadtverwaltung Durrës gepflegt wird. Unter Anwesenheit der österreichischen sowie der ungarischen Botschafterin wurden am 24. September Kränze niedergelegt und allen Opfern der Linz sowie allen weiteren vor der Küste Albaniens verstorbenen Seeleuten der österr.-ungar. Kriegsmarine gedacht.
Den offiziellen Schlusspunkt bildete ein Abendessen in der Residenz der österreichischen Botschafterin. Im Zuge dessen kam es zur Auszeichnung von Botschafterin Mag. Monika Zach, MA mit dem Goldenen Ehrenzeichen. Botschaftsrat Ing. Martin Schaller, PhD erhielt das Große Ehrenkreuz, Eljana Mankollari, Mitarbeiterin an der Botschaft, die Ehrennadel in Silber.
Am 25. September erfolgte die Rückreise nach Österreich. Die Landesgeschäftsstelle Wien kann ein ausgesprochen positives Resümee von der Reise und dem Zustand der in Albanien bestehenden Gedenkstätten ziehen.
Ein großer Dank gebührt zwei lokalen Unterstützerinnen, die namentlich erwähnt werden sollen. Eliana Bakiri von SurPrice Car Rentals, die der ÖSK-Delegation für den gesamten Aufenthalt einen Kompakt-SUV kostenlos zur Verfügung stellte sowie Suzana Hondro, die die Fahrt nach Südalbanien als Dolmetscherin begleitete, um bei administrativen Arbeiten zu unterstützen.
Besonderer Dank der Landesgeschäftsstelle Wien darf Mag. Florian Doschek, MA ausgesprochen werden. Unser Kurator ist seit vielen Jahren mit der Region eng verbunden und setzte zahlreiche Initiativen vor Ort. Ohne sein Engagement wäre die Arbeit des ÖSK in Albanien in dieser Form nicht möglich.











