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Aktuelles

Burgenland: Gedenken zum „Tag der Menschenrechte“

  • Erstellt von LGF Wolfgang Wildberger

Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet. Diese umfasst 30 Artikel. Im Jahr 1950, also vor 75 Jahren, wurde durch die UN-Resolution 423(V) der 10. Dezember zum internationalen Gedenktag erklärt.

Aus diesem Grund luden die ÖSK-Landesstelle Burgenland und die Marktgemeinde Neckenmarkt gemeinsam mit der NMS Horitschon und dem Kindergarten aus Neckenmarkt zu einer gemeinsamen Gedenkfeier am Soldatenfriedhof des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers aus dem Ersten Weltkrieg. Es war dies die einzige Veranstaltung dieser Art im Burgenland zum Tag der Menschenrechte, abgesehen von Menschenrechtsaktionen im Kontext der Gewaltprävention gegen Frauen. 

Warum aber genau dort? Neben Kriegsgefangenen aus Russland, Serbien, Italien und Rumänien wurden nämlich auch sogenannte Zivilinternierte aus Bosnien-Herzegowina im Kriegsgefangenenlager Neckenmarkt, damals ungarisch Nyék, festgehalten. Das „Verbrechen“ dieser Frauen, Kinder, alten Leuten und Kriegsuntauglichen mit Wohnort nahe der serbischen und montenegrinischen Grenze war, dass sie serbischer Muttersprache waren. Man unterstellte ihnen, mit den damaligen Feindstaaten zu sympathisieren und verbrachte sie ohne ordentliche Rechtsverfahren einfach ins Landesinnere.

Im Vorfeld wurde nun ein in den Dreißigerjahren von einem Einheimischen aufgestellter Gedenkstein speziell den über 200 am Friedhof beerdigten Zivilinternierten gewidmet. Das ihn umgebende wuchernde Buschwerk wurde von der Gemeinde entfernt. Vom ÖSK wurde eine Gedenktafel mit dem Hinweis auf die Zivilinternierten angebracht. Die Naturwissenschaftliche Mittelschule Horitschon befasste Wochen vorher die Schüler der obersten Klassen mit der Thematik. Diese ließen T-Shirts mit dem Logo der Menschenrechte drucken und fertigten Flyer mit den verschiedenen Menschenrechten an. Diese wurden bei der Gedenkzeremonie präsentiert.

Die Zeremonie begann am 10.Dezember um 10.00 Uhr mit einer Fanfare, gespielt von einer Musikgruppe der NMS Horitschon. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Hannes Igler und einem Musikstück eines Musikensembles der Gemeinde gab LGF Wolfgang Wildberger eine Hintergrundinformation.  Direktorin Eva Reumann erläuterte die Aktivitäten ihrer Schülerinnen und Schüler, die ihre Ergebnisse präsentierten. Zwei Kinder enthüllten daraufhin die vom ÖSK montierte Gedenktafel am Ersatzgrabstein. Die Kinder des Kindergarten Neckenmarkt sangen unter Gitarrenbegleitung mehrere Strophen des Liedes „Zünd ein Licht an“, worauf geistliche Worte durch Pfarrer Georg Lang folgten, der selbst aus dem Ortsteil Haschendorf stammt. Die Segnung des umgewidmeten Gedenksteins erfolgte durch Kreisdechant Nikolas Abazie. Danach folgte eine Kranzniederlegung durch Bürgermeister Igler und LGF Wildberger. Nach Dankesworten lud Bürgermeister Igler die Teilnehmer zu einer kleinen Jause. Die Veranstaltung wurde auch in einem eineinhalb-minütigen Beitrag im ORF Burgenland gezeigt.

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Der Gedenkstein vor seiner Umwidmung
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Die ÖSK-Mitarbeiter Franz Liszt und Gerhard Stampf bei der Montage der neuen Gedenktafel
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Schüler der NMS Horitschon mit den Flyern
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Vor der Gedenkfeier v .re.: ÖSK-Mitarbeiter Ernst Sonnleitner, Bürgermeister Hannes Igler, Gerhard Stampf, Direktorin Eva Reumann
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Die Kinder des Kindergartens
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Schüler der NMS Horitschon
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Die Enthüllung der Gedenktafel durch je ein Kind von NMS und Kindergarten
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Pfarrer Georg Lang und Kreisdechant Nikolas Abazie
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Das Logo der Menschenrechte – Hand und Taube zugleich